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Geothermie für die Wärmewende - Bundeswirtschaftsministerium startet Konsultationsprozess

Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums vom 11. November 2022

Es ist sicher richtig, dass die Erdwärme uns ganzjährig und verlässlich zur Verfügung steht und wir dadurch unabhängig sind und dass diese nahezu unerschöpflich ist. 

Wir haben nur ein Problem: Da Geologen nicht ohne Bohrung 200-300m in die Tiefe schauen können, wissen wir nicht, wo durch die Geothermiebohrungen Erdhebungen stattfinden können.

Im Landkreis Böblingen zuerst, im Raum Leonberg hatten wir das Problem vor ein paar Jahren mit mehreren Millionen Gebäudeschäden und die betroffenen Bürger in Böblingen - wenn ich es richtig im Kopf habe sind über 250 Gebäude betroffen - blieben trotz jahrelangem Streit mit der Versicherung der Bohrfirma, jeder Einzelne auf häufig deutlich über 10.000,-- € sitzen, die sie von nirgendwoher bekommen, und jeder dieser Hauseigentümer hat jahrelangen Streit hinter sich und furchtbar viel Zeit aufwenden müssen.

Was die Geothermiebohrung in Staufen verursacht hat, konnten wir alle den Nachrichten entnehmen: Auch hier haben sich die Gebäude um das historische Rathaus herum bis zu 50-60cm hoch angehoben und entsprechend sehen die Schäden aus. Auch dort haben die Menschen schon viele Zumutungen aushalten müssen und hohe finanzielle Schäden, jetzt seit vielen Jahren, und ein Ende ist nicht absehbar. Die Gebäude heben sich noch weiter an.

Dass die Groß-Geothermieanlagen, die die Schweiz bauen ließ kurz vor der Deutschen Grenze im Bereich von Wiel Erdbeben verursacht haben, dürfen wir nicht vergessen, auch wenn es schon mittlerweile über 10 Jahre her ist. 

Grundsätzlich ist die Nutzung der Erdwärme ideal, es macht uns unabhängig von allen von denen wir bislang abhängig sind. Aber bevor keine Mittel und Wege gefunden werden Erdwärmebohrungen nicht nur vielleicht, sondern größtenteils sicher zu bekommen mit über 99 % Sicherheit für die Leute, die in dem Gebiet wohnen ist dies - meiner persönlichen Meinung nach - keine Option. Es sei denn es gibt Gebiete in Deutschland, wo sich die Geologen sicher sind, dass Bohrungen völlig unproblematisch sind, weil sie den Baugrund genau kennen.

Jeder der dann Erdwärmebohrungen machen darf, muss so versichert sein, dass seine Versicherung ohne Schadenssummenbegrenzung zahlt, wenn es schief geht. 

Wir haben vor 12-13 Jahren uns intensiv mit der Geothermie bei unseren Häusern zu nutzen befasst, hatten mit Wärmepumpenherstellern, Geologen und der Bohrfirma alles besprochen und abgesichert inklusive Deckung von Schäden bei Nachbargebäuden durch unsere Versicherung. Ich wollte die Versicherung so haben, dass es keine Schadensbegrenzung gibt und dass unsere Versicherung auch Anwaltskosten und Gerichtskosten abdeckt, wenn zum Beispiel - was damals häufiger vorkam - irgendjemand der 100m von der Bohrung weg sein Haus hatte, dann auf den der gebohrt hat zugegangen ist, bzw. auf den Eigentümer des Grundstücks, und gesagt hat „vor der Bohrung war mein Haus rissefrei und jetzt hat es für 20.000,-- € Risse“. 

Niemand kann leider eine sogenannte Beweissicherung machen im Umkreis von 200-300m und noch weiter bei einer solchen Bohrung, da dies dann leicht über 100.000,   € kostet. Damit kann sich kein Mensch mehr eine Geothermiebohrung leisten für sein Haus. 

Unsere Haftpflichtversicherung hat all dies zugesichert und als wir fertig waren mit allem und mit dem ersten Bauvorhaben starten wollten, habe ich ein Schreiben unserer Versicherung bekommen, dass sie ihre Deckungszusage vollumfänglich zurückzieht. Ich habe dann nachgefragt warum, und wie nicht anders zu erwarten war es wegen der Geothermieschäden in der Nähe von Winnenden, Leonberg und Staufen. 

Ich bin mir sicher, dass es Gebiete gibt in Deutschland, wo die Geologen sich sicher sind, dass nichts passieren kann. Wenn dann dort die entsprechende Absicherung durch eine Haftpflichtversicherung gegeben ist, sollte in diesen Regionen zwingend die Erdwärme vollumfänglich genutzt werden. 

Bleiben Sie gesund.

Gärtringen, den 12. November 2022

Bernd Geisel, Bauconcept Projektentwicklung GmbH

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